E wie.... ESMERALDA

Diese Seite hier widme ich meiner kleinen tapferen Kämpferin, welche leider für nur 3 Tage auf unsere Welt kam und uns einen Besuch abstattete....
3 anstrengende aber auch 3 wunderschöne Tage, die ich mit ihr verbringen und genießen durfte.
3 sehr intensive Tage & Nächte die wir gemeinsam gekämpft haben und an denen sich meine Welt nur um SIE gedreht hat.

Schon vor deiner Geburt kündigten sich leider Schwierigkeiten an. Anhand von blutigen Ausflusses bei deiner Mama erkannte ich sofort, hier stimmt was nicht. Verschiedene Möglichkeiten schwirrten mir durch den Kopf. Um Gewissheit zu erlangen ließen wir am gleichen Tag noch beim Notdienst einen Ultraschall machen....

Es war leider klar, dass wir keine gute Neuigkeiten zu erwarten hatten und dennoch sah ich in dem Ultraschall eine kleine winzige Hoffnung. Und diese warst du!

Uschi trug 2 Föten in Ihrem Körper. Einer davon lebte leider nicht. Eine wirkliche Erklärung, warum dieser Fötus sich ab einem bestimmten Stadium nicht weiter entwickelt hatte, gab es leider nicht. Er schien die Ursache für den blutigen Ausfluss zu sein und eigentlich hätte Uschis Körper nun versuchen müssen diesen vorzeitig zu gebähren.... Das tat sie aber nicht.

Da Uschis Allgemeinbefinden ansonsten sehr gut war, sie weder Fieber noch Untertemperatur hatte und auch nicht apathisch war oder das Futter verweigerte, eröffnete der Tierarzt uns nun zwei Möglichkeiten:
- Sofortige OP mit äusserst geringen Überlebenschancen für das lebende Kitten (Wir wären 7-10 Tage zu früh dran - ein sehr kritisches Alter für ein Neugeborenes, denn die Lungenbläschen wären nicht voll ausgebildet und auch der Saugreflex eventuell auch noch nicht vorhanden)
- Abwarten und auf eine spätere normale Geburt hoffen, bei der der nicht mehr lebende Fötus ebenfalls ausgetrieben werden sollte.
Nach längerem Beraten mit dem TA entschieden wir unter der Prämisse, dass vorrangig Uschis Allgemeinzustand ausschlaggebend für weitere Entscheidungen sein würde, dass wir abwarten. Wir nahmen Sie also wieder mit nach Hause. Zusätzlich wurde Sie zur Sicherheit antibiotisch abgedeckt.
Die darauffolgenden Tage blieb ich zu Hause und behielt sie immer im Auge. Der blutige Ausfluss lies nach und in den darauffolgenden Tagen schien alles ganz normal weiter zu gehen, als wenn nichts passiert wäre. Kein Fieber, keine Untertemperatur, kein auffälliges Verhalten.

5 Tage später jedoch ging es dann doch los. Immer noch ein wenig zu früh, aber die Chancen für dein Überleben waren deutlich gestiegen. Obwohl du noch so winzig warst, war die Geburt doch recht anstrengend für deine Mama. Aber als du dann da warst waren wir beide überglücklich, dass du es geschafft hattest. Uschi kümmerte sich sofort um dich und es dauerte nicht lange bis du den Weg zu deiner eigenen Milchbar gefunden hattest. Nun wartete ich hoffnungsvoll darauf, dass der nicht mehr lebende Fötus ebenfalls geboren werden würde. Leider vergeblich....

Ein erneuter Ultraschall bestätigte unsere Befürchtung.... der Fötus würde nicht mehr von alleine geboren werden und musste per Kaiserschnitt geholt werden. Was wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnten, der Fötus schien sich bereits zu zersetzen und eine beginnende Sepsis vergiftete die Milch deiner Mama. Die Freude über dein rasches Trinken der eigentlich unerlässlichen Kolostralmilch und deine rasche Gewichtszunahme am ersten Tag lies aprupt nach als ich deinen Durchfall entdeckte. Sofort begann ich dich mit der Flasche zu füttern, welche du zu meiner Freude und Erleichterung auf der Stelle annahmst. Am nächsten Tag schien alles gut werden zu wollen. Kaum geschlafen und dich und deine Mama stets im Auge behaltend, wachte ich über euch. Du nahmst weiterhin kontinuierlich zu, deine Mama kümmerte sich rührend um dich. Damit du aber ausschließlich die Aufzuchtsmilch trinken würdest, musste Uschi einen Body tragen. Ich bildete mir ein, dass wir den Durchfall in den Griff kriegen würden.

Auch am dritten Tag schien alles gut werden zu wollen.
Dennoch begleitete mich heute ständig ein ungutes Gefühl. Zwar verschlechterte sich dein Zustand nicht, aber irgendwie verbesserte sich der Durchfall trotz Medikamente einfach nicht. Besorgt fragte ich bei Freunden und nochmal beim Tierarzt nach, was ich sonst noch tun könne.... Ich ahnte nicht wie schnell mir plötzlich die Zeit davon rennen würde....

Kleine tapfere ESMERALDA, du warst so hübsch, so süß und so stark. Ich danke dir für die wenigen Tage die ich mit dir erleben durfte. Deine Mama hat dich auch so sehr geliebt wie ich. Selbst als deine kleine Seele schon unterwegs zu den Sternen war, hat sie dich mit mir zusammen noch gestreichelt und dich weiterhin geputzt und gewärmt. Es brach mir das Herz sie so zu sehen, erst am nächsten Tag als wir dich in einer kleinen hübsch geschmückten Kiste gebettet auf dem Fell deiner Mutter (welches ich ihr einige Tage zuvor am Bauch ein wenig weggeschnitten hatte, damit du leichter säugen konntest) beerdigt hatten, schien sie zu verstehen, dass du nicht mehr wieder zurückkommen würdest....

Kleine süße ESMERALDA, in unseren Herzen wirst du für immer weiterleben!
Wir werden dich nie vergessen!

Nachwort: Vielleicht hätten wir eine Chance gehabt, wenn wir dich von Anfang an per Flasche gefüttert hätten. Vielleicht hätte es dir das Leben gerettet. Wissen tun wir es nicht... aber vielleicht wird es irgendwann einem anderen Kitten das Leben retten.